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Module

Ein Modul umfasst einen in sich abgeschlossenen, formal strukturierten Lernprozess mit -  thematisch bestimmtem Lernen und Lehren, -  festgelegten, kohärenten ↑Lernergebnissen, -  vorgegebener ↑Arbeitsbelastung (ausgedrückt in Credits), -  eindeutigen Beurteilungskriterien.[1] Module können verschiedene Arten von Lehrveranstaltungen integrieren. Für den Reformprozess in Deutschland ist jedoch entscheidend, dass ein Modul keine Addition bestehender Lehrveranstaltungen ist. Eine Modulbildung setzt die Definition der Lernergebnisse und die Zuweisung von Leistungspunkten (↑Leistungspunktsystem) voraus. Dadurch soll die Modulari­sierung, die Entwicklung von individualisierten Studiengängen (↑lebensbegleitendes Lernen) und die Möglichkeit von unter­schiedlichen Lernwegen zu bestimmten Abschlüssen erleichtert werden. Die Modularisierung wird als ein Strukturprinzip verstanden, das in unterschiedlichen Ausprägungen an Hochschulen eingesetzt wird.[2] In Deutschland ist die Modularisierung keine neue For­derung, die sich aus dem ↑Bologna-Prozess ergibt, sondern ist immer wieder genannt worden: -  um schneller auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren zu können, -  als pädagogisches Prinzip für ein studienzentriertes, selbstgesteuertes, partizipatives und aktives Lernen und -  um verbesserte Möglichkeiten der Integration und
Koordination von Bildungs- und Ausbildungswegen
zu eröffnen (CEDEFOP)[3]. Modulhandbücher sind von allen Hochschulen zu erstellen und bei der ↑Akkreditierung vorzulegen. Gegenwärtig zeigt sich, dass in Deutschland die Beschreibung von Lernergebnissen noch nicht durchgängig vollzogen ist. Zudem wird die Modulbildung nicht einheitlich durchgeführt. Sehr häufig werden bestehende Lehr­veranstaltungen gebündelt und als Modul bezeichnet und mit einer Anzahl von Leistungspunkten belegt. Erste ↑Evaluationen zeigen, dass dieses Verfahren für die Studierenden oft zu einer Überlastung führt, da auch die Lernergebnisse nicht integriert, sondern summativ angelegt sind, und die Leistungspunkte die erforderliche Arbeitsbelastung nicht fair widerspiegeln.
VG

[1] Vgl. Credits an deutschen Hochschulen: Transparenz – Koordination – Kompatibilität, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Hrsg.), November 2000.

[2] Vgl. "Handbuch Qualität in Studium und Lehre", Bund-Länder-Kommission 2005, Heft 101.

[3] Cedefop: European Centre for the Development of Vocational Training
(Centre Européen pour le Développement de la Formation Professionnelle).
Vgl. URL: http://www.cedefop.europa.eu/ (20.7.2006).

 
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