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Master

Der Master ist der zweite akademische berufsqualifizierende Abschluss. In Deutschland haben sich die Bundesländer in den "Ländergemeinsamen Strukturvorgaben gemäß § 9 Abs. 2 HRG für die ↑Akkreditierung von ↑Bachelor- und Masterstudien­gängen" auf eine einheitliche Struktur der Master-Studiengänge geeinigt.[1] So ist für ein Master-Studium ein erfolgreich abge­schlossenes erstes Studium (in Deutschland der Bachelor oder in der Übergangszeit Diplom, Magister oder Staatsexamen) Voraus­setzung. Für so genannte weiterbildende Master-Abschlüsse wird zusätzlich mindestens ein Jahr Berufserfahrung verlangt. Für die Masterarbeit ist ein Bearbeitungsumfang von
15-30 ECTS-Leistungspunkten (↑ECTS) vorgesehen, für
den Master-Abschluss sind 60-120 ECTS-Leistungspunkte nachzuweisen. Bei einem Vollzeitstudium entspricht dies einer Studienzeit von 2-4 Semestern (1-2 Jahren). Unter Einbeziehung des vorangehenden Studiums sind für den Master-Abschluss 300 ECTS-Leistungspunkte erforderlich. Für so genannte konsekutive Master-Studiengänge, die auf einen vorangehenden Bachelor-Studiengang inhaltlich aufbauen, sind die Abschluss­bezeichnungen für Deutschland einheitlich festgelegt. Sie lauten: Master of Arts, Master of Science, Master of Engineering, Master of Laws, Master of Fine Arts, Master of Music und Master of Education. Für nichtkonsekutive (inhaltlich nicht auf dem voran­gegangenen Bachelor-Studiengang aufbauende) und weiter­bildende Master-Studiengänge dürfen auch Bezeichnungen verwendet werden, die von den vorgenannten Bezeichnungen abweichen (zum Beispiel MBA). Das Master-Studium in einem oder in zwei Fächern dient dazu, diese Fächer wissenschaftlich zu vertiefen und/oder das Wissen und Können zu erweitern. Master-Abschlüsse werden in Deutsch­land nach den Profiltypen "stärker anwendungsorientiert" und "stärker forschungsorientiert" differenziert. Die Hochschule legt das Profil fest, das dann in der Akkreditierung verifiziert wird. Das Studium bereitet zum einen auf eine wissenschaftliche Tätig­keit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor, zum anderen auf Berufsfelder, die eine vertiefte wissenschaftliche Ausbildung erfordern. Master-Abschlüsse, die an Universitäten und Fachhochschulen erworben werden, berechtigen grund­sätzlich zur Bewerbung um Aufnahme in die ↑Promotionsphase. Die Universitäten regeln den Zugang zur Promotionsphase in ihren Promotionsordnungen. Master-Abschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen sind dem bisherigen Diplom- beziehungs­weise Magisterabschluss von Universitäten und gleichgestellten Hochschulen gleichgestellt. Die von Master-Absolventen zu erreichenden Qualifikationen werden allgemein im nationalen ↑Qualifikationsrahmen be­schrieben, die spezifische Erläuterung der Qualifikationen soll
ab 2005 für alle Absolventen automatisch und kostenfrei in einem ↑Diploma Supplement erfolgen.
EB, AF

[1] Vgl. Ländergemeinsame Strukturvorgaben gemäß § 9 Abs. 2 HRG für
die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen, Beschluss der
Kultusministerkonferenz vom 10.10.2003 in der Fassung vom 22.9.2005;
URL: http://www.kmk.org/doc/beschl/BS_050922_Laendergemeinsame
Strukturvorgaben.pdf
(3.5.2006).

 
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