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Lernergebnisse

Lernergebnisse werden aus Sicht der Lernenden durch ↑Kompe­tenzen oder auch "Can Do-Statements" dokumentiert. Sie müssen mit den in den Prüfungsordnungen festgelegten Lernergebnissen der ↑Module beziehungsweise des Studiengangs übereinstimmen, die mit den Lernergebnissen der Fachdisziplin kompatibel sein sollten. Diese müssen dem nationalen ↑Qualifikationsrahmen entsprechen, der in Übereinstimmung mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen für den Hochschulbereich gestaltet worden ist. In Deutschland sind die ersten fachbezogenen Qualifikations­rahmen in der Entwicklung und werden im Laufe des Jahres 2006 vorliegen. Im ↑Tuning-Projekt[1] ist unter anderem folgende Kompetenz­struktur zur Darstellung der Lernergebnisse entwickelt worden, die auch bei der Erstellung des deutschen Qualifikationsrahmens einbezogen wurde: -  Fachgebietsbezogene Kompetenzen ·  Wissensverbreiterung ·  Wissensvertiefung -  Generische (überfachliche) Kompetenzen ·  Wissenserschließung    ·  Instrumentale Kompetenzen    ·  Interpersonelle Kompetenzen    ·  Systemische Kompetenzen Die Lernergebnisse werden vom Lehrenden antizipiert und definiert. Somit wird eine Soll-Vorgabe auf Modulebene fest­gelegt. Dem wird der Ist-Zustand gegenübergestellt. Dieser wird durch die Kompetenzen des Lernenden ausgedrückt, die er durch den Lernprozess erworben hat. Dabei wird die ↑Arbeitsbelastung des Lernenden durch regelmäßige Befragung evaluiert. Lernergebnisse beziehen sich auf -  den akademischen Abschluss, -  das Studienprogramm, -  das Modul und -  die Arbeitsbelastung. Die ECTS-Leistungspunkte bilden den gemeinsamen Nenner,
um die Wesensmerkmale zu verbinden. Außerdem besteht eine Beziehung zur ↑Beschäftigungsfähigkeit, da die Lernergebnisse diese reflektieren sollen (Lernkette). Die Beschreibung von Studienprogrammen durch Lernergebnisse ist zurzeit in Deutschland noch nicht weit verbreitet. Es bestehen aber bereits Initiativen, wie zum Beispiel in den Wirtschafts­wissenschaften, der Sozialpädagogik und den Gesundheits­wissenschaften, um disziplinorientierte Lernergebnisse als Referenzrahmen zu entwickeln. Einige Hochschulen haben bereits auf der Basis des nationalen Qualifikationsrahmens Lernergebnisse für die Module von Studienprogrammen definiert, die bereits akkreditiert wurden (↑Akkreditierung). Lernergebnisse spielen eine entscheidende Rolle, wenn den Modulen Leistungs­punkte zugewiesen werden. Dabei ist die Arbeitsbelastung zu antizipieren, die durchschnittlich erforderlich ist, damit ein Lernender diese Lernergebnisse erzielen kann.
VG
 
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