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Evaluation

Evaluation meint die systematische Bewertung der Leistung in einem bestimmten Aktivitätsbereich einer Hochschule. Gelegent­lich wird hierfür auch der Begriff Evaluierung gebraucht. In Deutschland hat sich ein solches System der Leistungsbewertung innerhalb von Hochschulen im Laufe der 1990er Jahre heraus­gebildet. Mittlerweile ist die Verpflichtung zu regelmäßiger Evaluation im Hochschulrahmengesetz und in den meisten Hochschulgesetzen der Bundesländer festgelegt. Die Hoch­schulrektorenkonferenz (HRK) gab bereits im Jahr 1995 eine grundsätzliche Empfehlung zur Evaluation heraus, in der sie zu einem Ausbau der Verfahren der Evaluation aufforderte.[1] Man unterscheidet zum einen zwischen Verfahren der internen und externen Evaluation sowie zum anderen nach dem jeweiligen Gegenstand (Lehre, Forschung, Verwaltung) einer Evaluation. In der internen Evaluation findet in einer Arbeitseinheit beziehungs­weise in einem Fachbereich eine Selbstbeschreibung meist in Form eines internen schriftlichen Berichts statt. Bei der externen Evaluation folgt der Selbstbeschreibung die Bewertung durch ein externes Begutachtungsgremium (↑Peer Review). Nahezu an sämtlichen Hochschulen in Deutschland finden studentische Evaluationen statt, zumeist in Form von studentischer Veran­staltungskritik auf der Grundlage schriftlicher Befragungen.
Die Evaluationen durch die Studierenden sind ein wichtiger Bestandteil von internen und externen Evaluationsverfahren. Evaluationen dienen in erster Linie der Analyse von Stärken und Schwächen einer Institution oder einer bestimmten Einheit, dem Aufzeigen von Entwicklungspotenzialen und damit der Verbes­serung der Qualität in den evaluierten Bereichen. Im Unterschied zur ↑Akkreditierung (Ja-Nein-Entscheidung zu einem bestimmten Zeitpunkt) verläuft der Prozess der Evaluation im Allgemeinen über einen längeren Zeitraum. Dabei kann die Evaluation vor
(ex ante), während (formativ) oder nach (ex post) dem zu evaluierenden Prozess stattfinden. So werden Drittmittelanträge ex ante evaluiert, Evaluationen von Studienprogrammen
werden häufig formativ, also während des Verlaufs des Studienprogramms, vorgenommen, während kürzere Projekte oder Förderprogramme häufig nach ihrem Abschluss evaluiert werden (ex post). Die Methoden, Kriterien und Verfahren der Evaluation sind vielfältig, ebenso die Organisationsformen von Evaluations­aktivitäten. Neben Evaluationsagenturen gibt es in Deutschland mehrere Verbünde von Hochschulen, die untereinander ver­gleichende Evaluationen (Benchmarking) durchführen. Einige große Hochschulen sind dazu übergegangen, spezialisierte
Stellen oder Arbeitseinheiten zur hochschulweiten Organisation der Evaluation einzurichten. Bei Evaluationsverfahren ist
generell die Beachtung internationaler Standards, wie sie in
den European ↑Standards and Guidelines beschrieben sind, anzustreben.[2]
HS

[1] Zur Evaluation im Hochschulbereich unter besonderer Berücksichtigung
der Lehre. Stellungnahme der Hochschulrektorenkonferenz; URL: http://www.
hrk.de/de/beschluesse/109_563.php?datum=176.+Plenum+am+3.+Juli+1995+

(4.5.2006).

[2] Vgl. Standards.

 
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