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Europäische Dimension

Die Förderung der europäischen Dimension im Hochschul­bereich, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung von Studien­programmen, die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Mobilitätsprojekte und integrierte Studien-, Ausbildungs- und Forschungsprogramme wurde bereits in der Bologna-Erklärung (1999) als ein primäres Ziel des ↑Bologna-Prozesses formuliert. Dieses Ziel wurde im Prag- (2001) und im Berlin-Kommuniqué (2003) nochmals bestätigt. So soll auf allen Ebenen die Ent­wicklung von ↑Modulen, Kursen und Lehrplänen mit "euro­päischem" Inhalt, "europäischer" Orientierung oder Organisation ausgebaut werden. Dies betrifft insbesondere Module, Kurse und Lehrpläne für Abschlüsse, die partnerschaftlich von Institutionen aus verschiedenen europäischen Staaten angeboten werden und die zu ↑gemeinsamen Abschlüssen führen. In diesem Zusammen­hang wurde auch die Notwendigkeit verdeutlicht, ein geeignetes Angebot an Sprachkursen sicherzustellen, "damit Studierende
ihr Potenzial, zu europäischer Identität, Staatsbürgerschaft und ↑Beschäftigungsfähigkeit zu gelangen, voll verwirklichen kön­nen"[1]. Durch ein breites Angebot zum Fremdsprachenerwerb soll darüber hinaus die Mobilität der Studierenden gefördert werden. In Deutschland wird die Stärkung der europäischen Dimension vor allem durch die Entwicklung von gemeinsamen Abschlüssen beziehungsweise Doppelabschlüssen realisiert. Gemeinsame Studienprogramme haben im Rahmen des so genannten Inte­grierten Auslandsstudiums (IAS) des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der so genannten Joint Study Programmes der Europäischen Union sowie vor allem durch
die Förderung der deutsch-französischen Zusammenarbeit
bereits eine gute Tradition. Darüber hinaus werden seit einigen Jahren zunehmend ↑Bachelor- und ↑Master-Studiengänge im Bereich "Europa-Studien" entwickelt, die sich mit unterschiedlichen Schwer­punkten (zum Beispiel Wirtschaft, Recht, Geschichte, Kultur und Sprache) mit Europa auseinandersetzen.[2] Auch Diskussionen über eine stärkere Integration von Fremdsprachen in die Studien­programme, die Entwicklung bi- oder trilingualer Studien­programme sowie ein Regelangebot von Fremdsprachenkursen
in den Hochschulen gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung.
EB, AF

[1] Berlin, S. 6.

[2] Für einen Überblick über alle Studienangebote in Deutschland siehe die URL: http://www.hochschulkompass.de/ (4.5.2006).

 
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