A B C D E F G K L M P Q R S T 

ECTS-Vergleichende Bewertung/Leistungseinordnung

Zusätzlich zu dem lokalen Notensystem wird im Rahmen des ↑ECTS – European Credit Transfer and Accumulation System vorgeschlagen, ein "ECTS Grading System" einzuführen.
Das System sieht vor, die individuelle Notengebung durch eine institutionelle vergleichende Bewertung zu ergänzen. Im Unter­schied zu der in Deutschland gebräuchlichen Regel, Noten als "absolute" Bewertung im Sinne des Grades der Erreichung der vorgestellten Ideallösung zu vergeben, bedeutet der "Grade" im ECTS, dass eine "relative" Bewertung Platz greift. Demgemäß bemisst sich die Bewertung nach dem Rang, den der Studierende im gesamten Leistungsspektrum der Hochschule erlangt hat. Konkret bedeutet dies: Die Beurteilung der Leistung der Studierenden wird durch eine lokal beziehungsweise national vergebene Note dokumentiert. Diese wird ergänzt um ein ECTS-Bewertungssystem. Die ECTS-Bewertungsskala gliedert die Leistung der Studierenden nach statistischen Gesichtspunkten. Diese Daten werden durch die Verteilung der lokalen Noten der vergangenen 3-5 Jahre im entsprechenden Studienfach, ↑Modul, Studienprogramm und Anderem strukturiert. Die erfolgreichen Studierenden erhalten zusätzlich zur lokalen Note einen Hinweis auf ihre Platzierung innerhalb der ECTS-Bewertungsskala: Wenn sie heute eine lokale Note erzielt haben, die im Vergleich der letzten Jahre für dieses Modul oder Studienprogramm etc. zu den besten 10 % gehört, wird der Zusatz "A" zu der lokalen Note gesetzt, auch wenn diese lokale Note heute gegebenenfalls "nur" ein Befriedigend ist. Entsprechend wird für die weiteren Bewer­tungsgruppen verfahren: -  A beste 10 % -  B nächste 25 % -  C nächste 30 % -  D nächste 25 % -  E nächste 10 % -  Unterschieden wird auch zwischen den Noten "FX" und "F", die an die erfolglosen Studierenden vergeben werden. "FX" bedeutet: "Nicht bestanden – es sind Verbesserungen erforder­lich, bevor die Leistungen anerkannt werden können", und "F" bedeutet: "Nicht bestanden – es sind erhebliche Verbesserungen erforderlich". Die Angabe der Misserfolgsquoten in der ↑Abschrift der Studiendaten ist nicht obligatorisch. Die Einordnung in der ECTS-Bewertungsskala ist nicht mit ECTS-Leistungspunkten zu verwechseln oder gar mit diesen gleichzusetzen. Der Leistungspunkt (↑Leistungspunktsystem) eignet sich prinzipiell nicht zu einer Gewichtung. Die Leistungs­punkte eines Moduls spiegeln nur die ↑Arbeitsbelastung in relativer Größe zur Jahresarbeitsbelastung von 60 Punkten wider. Wie die Leistung erbracht wurde, die zur Vergabe von Leistungs­punkten führte, wird durch die Benotung festgelegt. Diese Infor­mationen werden auch im ↑Diploma Supplement aufgeführt und ermöglichen dem Leser dieses Dokuments einen Eindruck über die relative Leistung des Absolventen an einer bestimmten Hochschule. In Deutschland kann die ECTS-Bewertungsskala häufig nicht entsprechend angewendet werden, weil das erforderliche Daten­material bislang an den Hochschulen nicht adäquat erfasst wurde und aufwendig aufbereitet werden müsste. Zum anderen sah ECTS während der Zeit als Transfersystem eine Erklärung der Noten vor, die oft darin mündete, dass Hochschulen Noten­vergleichstabellen für Länder – machmal auch begrenzt auf Partnerhochschulen – erstellten. In den Akkreditierungsverfahren wird das deutsche Notensystem als Grundlage angesehen. Dieses Notensystem kann je nach Bundesland voneinander abweichen. Es umfasst jedoch in den meisten Ländern die Notenskala 1-5 (1 = sehr gut; 5 = nicht ausreichend). Ein "Ausreichend" setzt in vielen Bundesländern eine Beurteilung von nicht schlechter als 4,0 voraus. Die natio­nale beziehungsweise regionale Notenskala ist im Diploma Supplement abzubilden.
VG
 
© Ost-West-Wissenschaftszentrum