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Gestufte Studienstruktur

Das durch die Bologna-Erklärung (1999) eingeführte zweistufige Studiensystem mit ↑Bachelor- und ↑Master-Abschlüssen wurde im Berlin-Kommuniqué (2003) und im Bergen-Kommuniqué (2005) durch die Aufnahme der ↑Promotionsphase als dritte Stufe zu einem dreistufigen System erweitert. Die Einführung der gestuften Studienstruktur bedeutet eine grundlegende Veränderung des deutschen Studiensystems.
Die Tatsache, dass Bachelor und Master als zwei voneinander getrennte Studiengänge mit unterschiedlichen Qualifikations­niveaus gedacht und konzipiert werden müssen, stellt eine große Herausforderung im Reformprozess in Deutschland dar. Die Bundesländer haben sich auf einen strukturellen Rahmen für die Abschlüsse geeinigt, der in den "Ländergemeinsamen Struktur­vorgaben" der Kultusministerkonferenz (KMK) festgelegt wird.[1] Demnach müssen die Bachelor- und Master-Studiengänge unter anderem modularisiert sein, mit einem ↑Leistungspunktsystem versehen werden und jeweils zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen. Bachelor- und Master-Studiengänge können
an allen Hochschultypen angeboten werden. Der Bachelor-Studiengang konzentriert sich auf die wissenschaft­lichen Grundlagen eines Faches, die Methodenkompetenz und die berufsfeldbezogenen beziehungsweise praxisorientierten Qualifi­kationen. Master-Abschlüsse werden nach den Profiltypen "stärker anwen­dungsorientiert" und "stärker forschungsorientiert" differenziert. Die Hochschule legt das Profil fest, das dann in der ↑Akkredi­tierung verifiziert wird. Alle Bachelor- und Master-Studiengänge in Deutschland müssen akkreditiert werden. Die Ausgestaltung der Promotionsphase bleibt den einzelnen Bundesländern, Hochschulen beziehungsweise Fakultäten überlassen. In Deutschland bleibt die eigenständige wissenschaft­liche Leistung der Kern der Promotion. Die Promotionsphase verläuft bisher überwiegend in einem individuellen Verfahren und dauert je nach Fach etwa 3-5 Jahre. Unterschiedliche Formen einer stärkeren Strukturierung der Promotionsphase werden gegenwärtig in Deutschland im Kontext der internationalen Erfahrungen, aber auch der so genannten Exzellenzinitiative intensiv diskutiert.[2] Die ↑Lernergebnisse und ↑Kompetenzen, die den Stufen Bachelor, Master und Promotionsphase zugeordnet werden,
sind in dem nationalen ↑Qualifikationsrahmen beschrieben.[3]
EB, AF

[1] Ländergemeinsame Strukturvorgaben gemäß § 9 Abs. 2 HRG für die
Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen, Beschluss der
Kultusministerkonferenz vom 10.10.2003 in der Fassung vom 22.9.2005;
URL: http://www.kmk.org/doc/beschl/BS_050922_Laendergemeinsame
Strukturvorgaben.pdf
(3.5.2006).

[2] Die aktuellen Diskussionsbeiträge können den Ergebnissen der Tagung
"Quo vadis Promotion? Doktorandenausbildung in Deutschland im
Spiegel internationaler Erfahrungen" entnommen werden unter URL: http://www.hrk.de/de/hrk_auf_einen_blick/121_3182.php (15.8.2006).

[3] Qualifikationsrahmen für Deutsche Hochschulabschlüsse, im Zusammen­wirken von Hochschulrektorenkonferenz, Kultusministerkonferenz und Bundesministerium für Bildung und Forschung erarbeitet und von der Kultusministerkonferenz am 21.4.2005 beschlossen; URL: http://www.kmk.org/
doc/beschl/BS_050421_Qualifikationsrahmen_AS_Ka.pdf
(3.5.2006).
Siehe auch: Statistische Daten zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen, Beiträge zur Hochschulpolitik; URL:
http://www.hrk-bologna.de/bologna/de/home/1944.php (3.5.2006).

 
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