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Leistungspunktsystem

Ein Leistungspunktsystem dient der systematischen Erfassung eines Lernprogramms, indem es dessen einzelnen Bestandteilen Leistungspunkte (in Deutschland auch als "Credits" bezeichnet) zuteilt. Die Festlegung von Leistungspunkten in den Hochschul­systemen kann sich auf verschiedene Parameter stützen, bei­spielsweise auf die ↑Arbeitsbelastung der Studierenden, die ↑Lernergebnisse und die Unterrichtsstunden.[1] Ein Leistungs­punktsystem verschiebt die Sichtweise von der bisher geltenden Position der Lehrenden zur Position der Lernenden, zu einer Orientierung an den angestrebten Lernergebnissen. Dies
bedeutet einen Paradigmenwechsel für traditionelle Bildungs- und Ausbildungsprogramme. Die Einrichtung eines Leistungspunktsystems ist eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Konzept des ↑lebensbegleitenden Lernens, das auf den Lernenden ausgerichtet ist und wert- sowie kompetenzenorientiert die ↑Beschäftigungs­fähigkeit der Lernenden verbessert. Aus diesem Grund muss ein Leistungspunktsystem die Interessen der Studierenden, Arbeit­geber und der Gesellschaft berücksichtigen und soll nicht nur das Hochschulsystem, sondern alle Formen des Lernens abdecken. Das ↑ECTS – European Credit Transfer and Accumulation System ist das einzige Leistungspunktsystem in Europa, das flächendeckend seit 1989 erfolgreich getestet worden ist. In Deutschland ist ECTS als Leistungspunktsystem an Hoch­schulen eingeführt. Die Überprüfung der korrekten Anwendung ist Bestandteil des Akkreditierungsverfahrens. Der nationale ↑Qualifikationsrahmen hat die Leistungspunkte des Europäischen Qualifikationsrahmens für die ↑Bachelor- und ↑Master-Stufen übernommen. Hinsichtlich der ↑Promotionsphase gibt es keine einheitliche Festlegung. Leistungspunkte für andere Bildungs­stufen sind noch nicht definiert worden.
VG
 
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