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Anerkennung

Unter Anerkennung wird zum einen die akademische Anerken­nung von Studien- oder Prüfungsleistungen, Studienabschnitten oder Studienabschlüssen nach einem Hochschulwechsel (national oder international) verstanden. Zum anderen ist die berufliche Anerkennung von Studienabschlüssen am Arbeitsmarkt oder für den Zugang zu bestimmten so genannten reglementierten Berufen (Arzt, Lehrer, Rechtsanwalt etc.) zu nennen. Für das Konzept des ↑lebensbegleitenden Lernens spielt eine funktionierende Aner­kennung der erworbenen ↑Kompetenzen eine zentrale Rolle. Die Entscheidung über die akademische Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen liegt in Deutschland bei der aufnehmenden Institution, das heißt in der Regel der Hoch­schule, die auf der Basis der vorliegenden Unterlagen oder mit Hilfe eines Eignungsfeststellungsverfahrens die bereits erbrach­ten Leistungen überprüft und anerkennt. Zusätzlich kann bei Unklarheiten und Fragen zu bestimmten Bildungssystemen die Unterstützung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) im Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK) in Anspruch genommen werden, die eine Beurteilung der Qualifi­kationen vornehmen kann, die Anerkennungsentscheidung jedoch der Hochschule überlässt. Insbesondere für die Anerkennung von Studienabschlüssen bestehen zwischen Staaten beziehungsweise den jeweiligen Rektorenkonferenzen bilaterale Äquivalenz­vereinbarungen. Einzelne Hochschulen treffen darüber hinaus Vereinbarungen mit Partnerhochschulen über die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen oder konzipieren gemein­same Studienprogramme bis hin zu den so genannten ↑gemein­samen Abschlüssen/Doppelabschlüssen. Im Zuge des ↑Bologna-Prozesses und des Ratifizierungs­verfahrens der ↑Lissabon-Konvention wird auch in Deutschland die Notwendigkeit deutlich, die Anerkennungsverfahren für nationale und internationale Studierende transparent zu gestalten, einheitliche Ansprechpartner zu bestimmen und den Fokus auf vergleichbare und nicht unbedingt identische Qualifikationen zu legen. Eine konsequente Anwendung des ↑ECTS, die Vergabe des ↑Diploma Supplements sowie die Modularisierung des Studienangebots sollen einen wesentlichen Beitrag zur Trans­parenz der erworbenen ↑Kompetenzen leisten und damit die Anerkennungsverfahren erleichtern. Die Anerkennung von Studienabschlüssen zum Zweck der Berufsausübung sowie Führung und Umwandlung von aka­demischen Graden wird in Deutschland in der Regel durch die
für die Hochschulen zuständigen Ministerien der einzelnen Bundesländer vorgenommen.
EB, AF
 
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