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Accreditation of prior learning (APL)

Accreditation of prior learning (APL) wird als generischer Begriff verstanden, der den Erwerb von Leistungspunkten vorsieht, wenn nachweislich Lernen "irgendwann" in der Vergangenheit erfolgt ist. Die so erworbenen Kompetenzen können durch einen Kurs, durch Selbststudien, durch Erfah­rungen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit erworben worden sein, das heißt durch jede Form des Lernens (↑Formales,
nicht-formales und informelles Lernen). Die formalen Möglichkeiten, Lernergebnisse anerkannt zu bekommen, die außerhalb der Hochschulen erworben wurden, variieren in Deutschland von Bundesland zu Bundesland. Meistens wird darunter die Anerkennung von Weiterbildungs­veranstaltungen verstanden, die nicht Bestandteile von Studien­programmen an Hochschulen sind. Sie können allerdings auch an Hochschulen angeboten werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) haben im September 2003 den Hochschulen empfohlen, dass bis zu 50 % von Studiengangsteilen außerhalb von Hochschulen erworben sein können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Diese Voraussetzungen werden allerdings nicht weiter erläutert. Erwähnt wird aber, dass diese Anerkennung durch die Anrech­nung von Leistungspunkten erfolgen soll. Ziel ist es, den Über­gang von der beruflichen Bildung in die Hochschulbildung zu erleichtern.[1] Im Rahmen des ↑Bologna-Prozesses rückt die Frage der Aner­kennung von Leistungen, die außerhalb von Studienprogrammen an Hochschulen erworben wurden, verstärkt in den Vordergrund, und zwar durch das Konzept des ↑lebensbegleitenden Lernens. Es gibt hierzu viele Initiativen, ohne dass sich bislang ein einheit­liches System oder ein Verfahren herausgebildet hätten. Ganz am Anfang der Diskussion steht die Anerkennung von Lernergeb­nissen des informellen Lernens. Dies wird im Einzelfall durch die Hochschulen selbst entschieden. Am ehesten werden noch Sprachkenntnisse für Studienprogramme anerkannt, in denen diese auch erworben werden können. Der Nachweis dieser Kenntnisse erfolgt häufig über standardisierte Tests. In Großbritannien hat die Quality Assurance Agency im September 2004 "Guidelines on the accreditation of prior learning" veröffentlicht.[2] Darin wird hervorgehoben, dass APL für den Hochschulzugang die Festlegung auf einen bestimmten Studiengang, den Abgleich der eigenen ↑Kompetenzen mit den im Studiengang beschriebenen ↑Lernergebnissen und den Nach­weis der erreichten Kompetenzen voraussetzt. Dies überprüft die Hochschule, gegebenenfalls auch durch Eingangsprüfungen.
VG

[1] Vgl. Empfehlung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Konferenz der Kultusminister der Länder und der Hochschulrektorenkonferenz an die Hochschulen zur Vergabe von Leistungspunkten in der beruflichen
Fortbildung und Anrechnung auf ein Hochschulstudium, Beschluss des
HRK-Plenums vom 8.7.2003; URL: http://www.hrk.de/de/download/dateien/
Beschluss_berufl.pdf
(21.5.2006).

[2] Quality Assurance Agency: Guidelines on the accreditation of prior learning, 2004; URL: http://www.qaa.ac.uk/academicinfrastructure/apl/guidance.asp (16.5.2006).

 
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